Demenz Betreuung

Demenz-Betreuungsgruppe
Trierer Strasse 1
54314 Paschel
Tel. 06587-992690

Betreuung für demenzkranke Menschen

Allgemein wäre wünschenswert, dass mehr Betreuungsgruppen für altersverwirrte Menschen – auch zur Entlastung pflegender Angehöriger - entstünden und eine finanzielle Förderung, zum Beispiel durch eine bessere Einstufung von Demenzkranken im Pflegesystem, längerfristig möglich wäre. Inzwischen kann eine zusätzliche Betreuungsleistung der Pflegekassen beim Besuch einer Betreuungsgruppe in Anspruch genommen werden.

Tagesablauf

Die Besucher (Gäste) der Betreuungsgruppe, starten mit einem kleinen Frühstück in den gemeinsamen Tag. An einem langen Tisch hat jeder seinen Stammplatz, wie zu Hause auch, das schafft eine vertraute Situation. Namen spielen unter den Anwesenden keine Rolle, wenn man sich sieht, weiß man, dass man sich kennt, das reicht, auch um gute Freunde zu werden. Die Gäste erzählen von dem, was sie während der zurückliegenden Tagen erlebt haben, teilweise zusammenhanglos, in kindlicher Art, aber es sind Geschichten, die ihnen wichtig sind und die in der Runde ernst genommen werden. Inzwischen ist innerhalb der Gruppe eine vertraute Atmosphäre entstanden, es gibt keine Hemmungen mehr, über sehr persönliche Erlebnisse zu berichten.

Gegen Mittag wird gemeinsam gekocht, jeder arbeitet nach seinen Fähigkeiten mit. Kartoffelschälen, Gemüse vorbereiten und backen ist sehr beliebt, weil das die Leute am besten beherrschen. Alte Rezepte kommen zum Einsatz.

Die Frauen und Männer ziehen Kittelschürzen über, wie sie das früher gemacht oder erst in der Gruppe erlernt haben. Die Besucher der Betreuungsgruppe kochen, bügeln, basteln - jeder nach seiner Vorliebe -.

Gedächtnistraining

Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Betreuung dementiell erkrankter Menschen ist das Gedächtnistraining. Sprichworte werden ergänzt, Lieder gesungen, in unterschiedlichen Gruppen und je nach Leistungsfähigkeit Fragen beantwortet, oder Rätselbücher mit unterschiedlich hohem Schwierigkeitsgrad bearbeitet. Sehr beliebt sind Sitztänze, bei denen neue Texte und Bewegungsabläufe erlernt werden.

Aktives Beisammensein

Die Tage in der Betreuungsgruppe sind für die Gäste besondere Tage. Tage, an denen sie etwas erleben. So ist zum Beispiel eine Frau aus der Gruppe davon überzeugt, dass an den Tagen, an denen sie die Gruppe besucht, Sonntag ist.

Es gibt Ausflüge, zum Beispiel zum Nachmittagskaffee eines Angehörigen. Beliebt sind auch die täglichen Spaziergänge oder das gemütliche Sitzen in unserem Gartenhaus oder auf der Terrasse. Dort kann nach Belieben im Hochbeet oder Staudenbeet gearbeitet werden. Auch das Kegeln auf der selbstgebauten Kegelbahn, drinnen oder draußen, gehört zu den freudebringenden Ereignissen.

Wertschätzung ist in der Gruppe oberstes Prinzip. Die Gruppe ist die andere Familie, zu der der hilfsbedürftige Mensch gehört. Ein Jahr des Zusammenseins in der Betreuungsgruppe verdeutlicht die positiven Auswirkungen auf die Lebensqualität der altersverwirrten Menschen. Für sie passiert etwas, und sie sind mittendrin.

Angehörigenarbeit

Auch die Angehörigen profitieren. In der für sie betreuungsfreien Zeit sammeln sie neue Kraft und wissen, sie sind in der Bewältigung ihrer Betreuungsaufgaben nicht allein. Bei regelmäßigen Festen, Veranstaltungen und Schulungen findet ein reger Austausch zwischen den Angehörigen und den Betreuerinnen statt. Auch haben sie jederzeit die Möglichkeit, sich an die Betreuerinnen zu wenden, um Fragen zu klären, zum Beispiel wie man seine/seinen zu Angehörigen davon überzeugen kann, dass er/sie eine Windelhose tragen muss. Oder, was man tun kann, wenn Angehörige die Toilette nicht mehr finden und in der Wohnung oder draußen herumirren.

Tipps werden gegeben, z. B. an der heimischen Tür Signale und Wegweiser anzubringen, die Toilette und andere Räumlichkeiten auf Kärtchen aufzumalen usw.

Wichtig ist, den an Demenz erkrankten Menschen ernst zu nehmen, ihm in Ruhe zu erklären, was man mit ihm vorhat (Beispiel: nicht einfach eine Mütze auf den Kopf setzen, wenn es kalt ist, sondern erklären, warum es gut ist, wenn man bei Kälte eine Mütze trägt, aber gegebenenfalls auch zu akzeptieren, wenn sich der ältere Mensch dagegen sträubt, sie zu tragen, oder sich ängstigt).

Informationen zum Thema Demenz

Weitere Informationen zum Thema Demenz erhalten Sie auch auf Wikipedia sowie der Website der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.